Wann ist ein Pot ein Splitpot?
Artikel verfasst von Olga Baroshg
Dienstag, August 12, 2008
So manch Poker-Anfänger ist überrascht, wenn beim Verteilen des Pots plötzlich weniger Geld in ihre Richtung fliesst, weil es mehrere Gewinner gibt, oder einige Mitspieler nicht gleichviel Wetteinsätze gemacht haben. Dieser Artikel hilft zu versehen, was es mit den Splitpots auf sich hat.
Es gibt zwei Szenarien im Pokerspiel, wenn der Pot aufgeteilt wird: der Split-Pot, bei dem Gewinne gleichberechtigt verteilt werden und der Side-Pot, bei dem unterschiedlich ausgezahlt wird, weil die Pokereinsätze unterschiedlich hoch waren oder vor und nach dem Flop gesetzt wurden.
Ein Side-Pot passiert beispielsweis wenn nicht alle Pokermitspieler genügend Geld einbringen können. Wenn wir zwei Spieler haben und einer wettet $100 und der andere Spieler hat nur noch $60 übrig und macht ein All-In, dann ist hier ein Side-Pot von $40. Das bedeutet das diese $40 nicht in der Wette mitgezählt werden und effektiv beide Spieler fur $60 wetten. Die $40 werden wieder zurückgegeben.
Es wird ein bisschen komplizierter, wenn mehrere Spieler beteiligt sind. Dann werden die $40 nämlich nicht zurückgegeben, sondern aufgeteilt. Sagen wir ein dritter Spieler wettet $200. Jetzt haben wir einen Haupt-Pot von $180 (3 mal $60). Aber gleichzeitig haben wir jetzt auch einen Side-Pot von $140 (nämlich die $40 vom zweiten Spieler und die $140 vom dritten Spieler).
Während also das Geld technisch gesprochen in verschiedene Wettpools aufgeteilt wird, meint das Wort "Split-Pot" eigentlich etwas anderes, nämlich das gleichwertige Aufteilen von Gewinnen an alle Spieler anteilig an den gesetzen Geldern.
Ein Split-Pot ist dann, wenn ein Gewinn an zwei oder mehr Spieler ausbezahlt wird, die gleichwertige Pokerkarten haben. Das beste und einfachste Beispiel ist, wenn die fünf Gemeinschaftkarten auf dem Tisch einen höheren Wert haben als all anderen Spieler haben, die am Spiel beteiligt waren. Dann wird der Gewinn gleichmässig gesplittet.
Manchmal wenn es so aussieht, als ob die besten Karten bereits auf dem Tisch liegen, erhöhen manche Spieler den Einsatz mit der Hoffnung das die anderen aufgeben. Entweder gewinnen sie den Pot auf einen Schlag oder erreichen zumindest, dass der Splitpot unter weniger Spielern aufgeteilt wird.
Man muss natürlich vorsichtig sein, weil manche Spieler einen nur bluffen wollen:
Angenommen die Karten auf dem Tisch sind Karo König, Pik Dame, Herz Bube, Kreuz 10. Die bestmögliche Hand die man machen kann ist ein Straight mit Höchstwert Ass. Einer der Mitspieler wird möglicherweise den Einsatz erhöhen, so dass man glauben könnte er hat dieses Ass. Man ist also fast gezwungen mitzubieten, um den Bluff zu entlarven. Das schlimmste was passieren kann ist dass man diese Wette verliert. Wenn man aber die Hand gleich aufgibt und es wäre ein Splitpot gewesen, dann kostet einen das viel mehr.
Gibt es irgendwelche Kicker-Karten?
Es gibt Situationen in denen sich bereits ein gewinnende Kartenkombination auf dem Tisch befindet, beispielsweise ein Flush. Wenn zwei oder mehr aktive Spieler eine Karte haben, die in der Farbe passt, die höher ist als auf dem Tisch, dann gewinnt der Kicker, also die Karte mit dem höheren Wert. Beispielsweise:
Die Karten sind: Pik Ass - AssKönig , Ass 10, Ass 9 und Ass 6.
Spieler Eins hat Pik Dame und Herz Bube. Spieler Zwei hat Pik 8 und Herz 7. Spieler Eins gewinnt weil die Pik Dame höher ist als die Pik 8 des Spielers Zwei.
Wenn allerdings beide Spieler eine Pik Karte haben die niedriger als die Pik 6 auf dem Tisch ist, dann gäbe es wieder einen Splitpot. Wenn Spieler Eins eine Pik 5 hat und Spieler Zwei eine Pik 3, dann wird der Pot geteilt, da die Gemeinschaftskarten beide Kartenwerte schlagen.
Dieser Artikel hat hoffentlich dazu beigetragen, die Verwirrung beim Auszahlen von Pots zu beseitigen. Es ist gar nicht so schwierig wie es für Pokeranfänger oft erscheint. Und eine Anmerkung zum Schluss: natürlich kann ein Side-Pot ebenfalls zu einem Split-Pot werden. In diesem Fall würden die Spieler um den Side-Pot in die selbe Situation wie oben beschrieben kommen, dass nämlich die Gemeinschaftskarten alle Beteiligten schlagen.